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ARTHerberstein präsentiert 'KIKI KOGELNIK' (26.04. - 26.10.2003)

Geboren am 22. Jänner 1935 in Bleiburg/Kärnten
1954 Studium an der Hochschule für Angewandte Kunst, Wien (Graphik bei Prof. Schwarz, Bildhauerei bei Prof. Knesl)
1955-58 Studium an der Akademie der Bildenden Künste, Wien ( Malerei bei Prof Albert Paris Gütersloh, Abendakt bei Prof. Herbert Boeckl )
1961 Übersiedelung nach New York
1990 lebt abwechselnd in New York, Wien und Bleiburg
gestorben am 1. Februar 1997 in Wien

Kiki Kogelniks abstrakte Anfänge im Umfeld des Otto-Mauer-Kreises wurden bereits in den frühen 60ern von Pop Artbezogenen Arbeiten abgelöst. Zur Frage ihrer stilistischen Einordnung hat die Künstlerin erwidert: "Die-US-Pop-Künstler haben mich nie als eine der ihren gesehen, vielleicht war ich die einzige Pop-Künstlerin Osterreichs"

In den frühen Werken taucht der menschliche Körper als liegende Silhouette auf und wirkt entindividualisiert. Kiki Kogelnik verwendet dazu lebensgroße Schablonen aus Packpapier. Mit dem Entstehen der Werkgruppe der Hangings (1967-1971) lösen sich Elemente aus der Zweidimensionalität des Bildes, um in den Raum überzutreten - ein Kunstgriff, der für Kogelniks gesamtes Schaffen grundlegend werden soll - Schatten, leere Häute aus leuchtendem, farbintensiven Vinyl werden auf Bügeln, Kleiderständern installiert. Hier wie auch in den Malereien der 70er im Stil von Modezeichnungen mit ihrer theatralischen, eingefrorenen Gestik und Mimik erscheinen die Gesichter, analog zur Körperschablone, als Maske mit stereotypen, austauschbaren Zügen. Seit den 80ern erhalten diese Kopfabstraktionen in den Gemälden dreidimensionale Züge, Mund und Augen sind wie mit "Keksformen ausgestochen".

Unabdingbar, hier Kogelniks "angewandte" Seite ins Spiel zu bringen, die sie Köpfe und Masken bereits früh aus Pappmache und Keramik (ca. 1974), später dann aus Glas (1994) und Bronze ( 1988; 1996 Ohrenmenschen) herstellen ließ. Natürlich spielt für diese fehlende Berührungsangst mit Techniken des Kunsthandwerks der österreichische Kontext, speziell die Wiener Werkstätte und deren keramische Arbeiten von Vally Wieselthier bis Michael Powolny, eine wichtige Rolle. Diesen Vorlauf muß man kennen, will man in der kogelniktypischen Maske mehr sehen als nur eine Art poppiges Logo der Künstlerin oder eine aparte Wanddekoration. Stattdessen hat man es mit der Konzentration jahrelanger formaler künstlerischer Entwicklung in einem aufgeladenen, individuellen Symbol zu tun, das mithin Aspekte einer zeitgenössischen Interpretation von Weiblichkeit und des Menschseins im technischen Zeitalter widerspiegelt. Die Maske ist für viele (negatives) Symbol der Verstellung; sie kann auch ein Verweis auf die vielen Rollen sein, über die wir verfügen, um den immer komplizierter werdenden Alltag zu meistern. Sie kann Schutz oder Versteck sein; in rituellen Handlungen ist sie der Mittler zwischen übersinnlicher und gegenwärtiger Welt. In jedem Fall hat die Maske an sich etwas Starres, Totes und ist typisierter Platzhalter für Identitätsanteile der Künstlerin wie auch des Betrachters.

Die Werkgruppe der Glasarbeiten (Venetian Heads, ab 1994, und Balloon Heads, 1996) entsteht auf Anregung der Galerie Judith Walker (auf der Arte Fiera 1994 in Bologna schlägt der Besitzer einer Glasmanufaktur in Venedig die Umsetzung der Keramikmasken in Glas vor).

Kiki Kogelnik ist zunächst skeptisch, beginnt aber, verschiedene Köpfe in Zusammenarbeit mit dem erfahrenen Glasbläsermeister Danilo in Venedig zu schaffen. Seit dem 13. Jahrhundert gibt es auf Murano Manufakturen zur Glasherstellung, und das venezianische Glas genießt seit langem aufgrund der hoch entwickelten technischen, farblichen und qualitativen Möglichkeiten einen hervorragenden Ruf auf der ganzen Welt.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten - es gilt, die skizzierten Entwürfe und die handwerklichen Möglichkeiten der Glasherstellung mit den strengen Maßstäben der Künstlerin in Einklang zu bringen - und unter sehr schweren Arbeitsbedingungen werden 10 Varianten (Auflage: 16 Ex.) geschaffen.

Die Künstlerin reagiert begeistert auf die formale und farbliche Bandbreite des bisher für sie fremden Werkstoffs.

Unter Verwendung verschiedener Techniken (Millefioriglas, in der Masse gefärbtes Glas, transparenter und opaker Glasfluß, mit Silber- und Goldpartikeln durchsetztes Glas, eingeschlossene Luftblasen sowie durch Oberfangtechnik erzielte Färbung - hier wird durch Einblasen einer farbigen Glasblase in eine zweite, andersfarbige Form eine Zweischichtenstruktur erzielt) entstehen die maskenartigen Köpfe, welche zum großen Teil durch ihre Flächigkeit auf eine Frontalansichtigkeit hin konzipiert sind. Charakteristisch sind die über der Stirn aufragenden Zacken als symbolische Haare und die entweder applizierten oder ausgeschnittenen Augen sowie der Mund.

Die Weiterentwicklung dieser Venetian Heads, welche meist aus einem flachen Glasstück gezogen wurden, sind die Balloon Heads (9 Varianten, Auflage: 10 Ex.) sämtlich geblasen und daher vollplastisch. Die Sockelfrage wurde organischer und formal überzeugender gelöst: Entweder wird der Sockel integriert, ist Bestandteil des Kopfes selbst, oder eine Vase bzw. eine Art Pokal dient als "Fuß" für das aufgesetzte "Gefäß".

Die Farbskala beschränkt sich vorwiegend auf Weiß-, Blau- und Grüntöne, es wurde weniger mit Kontrasten experimentiert, sondern ein Ton charakterisiert die gesamte Skulptur. Der spirituelle und gelöste Charakter dieser Werke zeigt sich auch in Titeln wie Spirit Head (Geistiger Kopf), Celestial Head (Himmlischer/Göttlicher Kopf) und Unicorn (Einhorn). Gegen die Form, die ausfranst und ihre Konturen durchbricht, wird die Form gesetzt, die sich nach außen abschließt und in sich ruht.

Die Galerie

Galerie Judith Walker - Schloss Ebenau
www.galerie-walker.at










Rosen in der Kunst (25.04. - 31.10.2002)

Bekannte und internationale Künstler stellen Rosen in den Mittelpunkt ihres Schaffens und zeigen vom 25.04. bis 31.10.2002 kunstvolle Blütenträume.