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EVA & ADELE | Rudolf Kedl | Gerhardt Moswitzer
3 Positionen


Vernissage: 21. Mai 2009, 11.30 Uhr


Zur Ausstellung spricht: Mag. Günther Holler-Schuster

Drei konträre Aspekte und drei konträre Umgangsformen zeitgenössischer Kunst, an die mit drei Worten herangegangen werden kann: Hinsehen, Entdecken und Erfahren.

Im Ambiente des Gironcoli Museums werden in der Ausstellung „3 Positionen“ Skulpturen und Bildwerke des Künstlerduos EVA & ADELE, von Rudolf Kedl und von Gerhardt Moswitzer gezeigt.

Vieles ist auf Eindeutigkeit, eine oft zu leichte Zugänglichkeit, ausgerichtet; Abweichungen werden allenfalls als Missverständnisse akzeptiert oder sofort als fehlerhaft abgetan. Eben nicht dem tradierten Ausstellungskonzept folgend, richtet der Verein der Freunde des Gironcoli Museums mit der aktuellen Ausstellung den Fokus auf die verschiedenen Modi der Gegenwartskunst, auf drei Positionen künstlerischer Konzepte und Autorenschaften.

EVA & ADELE das weltbekannte Künstlerpaar aus Berlin, das seit 1991 zu zweit, als ein Künstler, als Kunstfigur und Medienstar auftritt, manifestierte seine Erscheinung schon früh mit subversiven Teilnahmen an der Dokumenta, der Biennale di Venezia oder der Manifesta. Ihre Performance inmitten der Besuchermassen und des Medienrummels ist ein konzeptuelles, interaktives Werk. Der Schock ihrer Erscheinung mit kahlgeschorenen Köpfen, geschminkt und gepudert sowie extrem damenhafter Kleider und hochhackigen Schuhen verweisen auf ihre gelebte zwitterhafte Geschlechtsidentität. Als lebendes Kunstwerk agieren sie auch in der Alltagswelt, im Sinne des erweiterten Kunstbegriffes.

Dauer der Ausstellung:
21. Mai – 02. November 2009, täglich von 10.00 – 17.00 Uhr


Konzeptuelle Malerei, Skulptur, Fotografie, Video und Zeichnung gehören gleichwertig zur Bandbreite ihres Schaffens, ihres Gesamtkunstwerks. In diesem Sinne zeigt die Ausstellung „ BEA 5800“ Malerei aus dem Werkblock „Mediaplastic“, Aquarelle aus „Futuring Company“ und als zentrales Ausstellungsstück die „Biografische Skulptur
Nr.2“. 111 monochrome rosa Bildtafeln stapeln sich im Inneren des rosa VW Busses, der 250.000 gefahrene Kilometer lang und ca. 1.000 Reisetage EVA & ADELE als Reisemobil, als Schminkstudio, als fahrendes Atelier und als Wohn- und Schlafzimmer diente. EVA & ADELE immer im vollen Make-up und in Damenkostümen hinter dem Lenkrad. Die Malereien und Aquarelle zeigen das Portrait der Kunstfigur EVA & ADELE.

Biographie:
  EVA ADELE
Körpergröße 176 cm 161 cm
Oberweite 101 cm 86 cm
Taille 81 cm 68 cm
Hüftumfang 96 cm 96 cm

Mit Dank an: EVA & ADELE, Arch. DI Hermann Eisenköck



Rudolf Kedl (1928 – 1991) war Bildhauer und Mitbegründer der "Künstlergruppe Burgenland" (1956). Von 1986-1991 war er Professor für plastische Gestaltung an der Technischen Universität Graz. Er nahm an zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland teil, darunter 1954 bei der Triennale in Mailand, 1966 und 1976 bei der Biennale in Venedig. Kedl konnte ebenso mehrfach Preise und Würdigungen entgegen nehmen, wie 1953 den Meisterschulpreis der Schule Fritz Wotruba, 1954 den Staatspreis der Akademie der bildenden Künste, zwei Jahre später den Dr. Theodor Körner - Preis für bildende Kunst, 1969 den Kulturpreis der Stadt Wien, 1987 das Großes Ehrenzeichen des Landes Burgenland oder 1988 die Silberne Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien.

Dauer der Ausstellung:
21. Mai – 02. November 2009, täglich von 10.00 – 17.00 Uhr


Markant sind seine Plastiken aus Kupferblech, bei denen er menschliche und vegetative Formen in Zusammenhang stellte. Bruno Gironcoli und Rudolf Kedl verbindet nicht nur eben jene Vereinigung von gegensätzlichen Formen um sie zu einer Ganzheit verschmelzen zu lassen, miteinander; doch wie groß der Unterscheid einer Formensprache mit ähnlichen Komponenten sein kann, lässt sich in dieser Ausstellung sehr gut erkennen. Sie verbindet auch ihre Ausbildung, beide absolvierten eine Lehre als Silberschmied. Rudolf Kedl setzte sich oft mit den Arbeiten von Bruno Gironcoli auseinander, sie übten eine starke Faszination auf ihn aus. Gezeigt wird u.a. die „Große Urpflanze“, die 1969 in Paris zu den sechs bedeutendsten Skulpturen der Welt prämiert wurde. „Das, worum es bei den Serpentinen-Plastiken geht, bestimmt ebenso (nur anders bewirkt) meine Kupfertreibarbeiten. Da wie dort geht es um Vegetatives, um Hervorbringen, Wachsen, Fruchttragen, um Gleichnisse für Leben und Lebendiges...“ (Rudolf Kedl, Zitat aus: Rudolf Kedl, das plastische Werk. Ein monographischer Abriss mit Werkkatalog 1947-1978, Hrsg. Otto Breicha, S. 54.)
Mit Dank an: Christine Elefant-Kedl


Ebenso zu den bedeutendsten österreichischen Bildhauern nach 1945 zählt Gerhardt Moswitzer alias Hewiach. Der 1940 in Maria Lankowitz (Steiermark) geborene Künstler kann auf eine rege Ausstellungstätigkeit zurück blicken, wie der Teilnahme an der Biennale in Venedig 1970, 1975 in New York in der Staempfli Gallery, 1977 in Wien im MAK oder, um nur wenige zu nennen, 1998 in Brüssel, La Fondation Européenne pour la Sculpture im Parc Régional Tournay-Solvay. 1978 konnte Moswitzer u.a. den Würdigungspreis für bildende Kunst des Bundesministeriums für Unterricht und Kunst entgegen nehmen, 1981 den Preis der Stadt Wien für Bildhauerei, 1987 den Würdigungspreis des Landes Steiermark für bildende Kunst und 1998 den Josef Krainer-Preis. Der Künstler lebt und arbeitet in Wien.

Dauer der Ausstellung:
21. Mai – 02. November 2009, täglich von 10.00 – 17.00 Uhr


Der Einzelgänger der österreichischen Kunstszene bevorzugt Arbeiten aus rostendem Corten-Stahl und in weiterer Folge wurde er durch seine monumentalhaften „Könige aus Eisen“, die er selbst gerne als „Eisen-Zeug“ bezeichnet, bekannt. Seine Nähe zu maschinenhaften, technischen Darstellungen resultiert aus seiner Werkzeugmacherlehre. Ab den 80er Jahren beschäftigt sich Moswitzer mit experimenteller Musik, Fotografie, Computerarbeiten und erzeugt digital Sounds und rein digital generierte Hörbilder.

Von ihm werden im Rahmen der Ausstellung frei stehende raumdurchlässige Metallobjekte gezeigt. Diese stammen aus seiner Werkgruppe der „Rahmenskulpturen“. Massiv und schwergewichtig, nicht üppig und weich, und vorab genau geplant wirken seine Objekte der 1988iger Jahre. Sie erinnern mit ihrer hellen, seidenmatt glänzenden Oberfläche an einen rastlosen Prozess des sich ständig verändernden Lebensgeschehens, von Tag zu Tag, im Wandel.

Mit Dank an: Gerhardt Moswitzer

www.moswitzer.at