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Durch Kunst eigene Welten schaffen

Gunter Damisch
Malereien | Grafiken | Skulpturen

Vernissage: 4. Juli 2009, 11.30 Uhr
Zur Ausstellung spricht: Dr. Gudrun Danzer


Der Verein der Freunde des Gironcoli Museums zeigt im und um das Museum ausgesuchte Werke des zeitgenössischen österreichischen Malers, Grafikers und Bildhauers Gunter Damisch.

Gunter Damisch (geb. 1958 in Steyr) wurde in den 1980er Jahren zusammen mit Hubert Scheibl, Herbert Brandl und Siegfried Anzinger bekannt als einer der „Neuen Wilden“. In seinen Werken beschäftigt er sich mit Naturwelten sowie dem Mikro- und Makrokosmos. Seit 1992 ist Gunter Damisch Professor der Meisterklasse für Grafik an der Akademie der bildenden Künste in Wien.

Damisch ist Erzähler, Fabulierer, extrovertiert. „Grünfeldnebel“, „Weltwegschlingen“, „Die Mutter des Flämmlerflimmerns“, so lauten die Titel der großformatigen, farbintensiven und leuchtenden Bilder Gunter Damischs, die ab 4. Juli im Gironcoli Museum den unmittelbaren Dialog mit den Skulpturen Bruno Gironcolis suchen. Die Titel der Bilder helfen dem Betrachter, sich auf die Farbwelten von Damisch einzulassen. Farbwelten aus Farbfeldern, ganze Universen, die sich vor dem Auge des Betrachters auftun. Da gibt es „Steher“, „Schwämmler“, „Zwergler“ und „Geistler“, die sich in den Farbfeldern frei bewegen, sich auf Wegen zusammenfinden oder durch ihr Auseinanderstreben ihre Welt auflösen können. Auf den ersten Blick oft rein abstrakt, werden seine Bilder bei längerem Hinsehen zu Landschaften mit Pflanzen, Tieren und Himmelskörpern. Von Farb-„Feldern“ begleiten wir seine Figuren über „Welten“ hin zu ganzen „Kosmen“, die er für sie erschafft. Welt, Weg, Feld, Steher oder Flämmler sind jene Begriffe, die sein Formenrepertoire prägen.

Die Zeichen, die wir in den Bildern, Grafiken und Skulpturen als Stacheln oder Tentakel wahrnehmen, stellen menschliche Wesen dar. Die aus einer frühen Arbeitsphase stammenden Gebilde nennt Damisch „Steher“, diese sind schwere, mit dem Boden verankerte, Figuren. Später sind die „Flämmler“ entstanden, sie scheinen zu schweben und fast extremitätenlos zu sein. Vereinzelt finden wir die „Flämmler“ auch losgelöst, dann wirkt es, als ob sie die Interaktion zwischen den Welten suchen. In seiner jüngsten Arbeitsphase setzen sich jetzt auch Figuren aus Figuren zusammen, wobei die Einzelfigur oft kaum erkennbar ist. Nach Wieland Schmidt wirken die Plastiken zu einem beträchtlichen Teil von innen aus konzipiert und erscheinen deshalb aufgerissen und transparent in ihrem Volumen. So können wir hindurch blicken und uns vorstellen, selbst in diesem Körper zu stecken und aus ihm heraus zu sehen.

Im Gironcoli Museum treten die Bilder Damischs in einen direkten Dialog mit den raumgreifenden Skulpturen Bruno Gironcolis. Ebenso wie Gironcoli nicht nur Bildhauer ist, beschränkt sich auch Damisch nicht ausschließlich auf eine künstlerische „Monokultur“: Zeichnung, Druckgrafik, Malerei und Skulptur entstehen bei ihm nebeneinander und beeinflussen sich gegenseitig. Damisch zieht dabei immer wieder den Vergleich zwischen Künstler und Gärtner. Für ihn haben beide die Möglichkeit, ihre Realität zu gestalten und dies geschieht oft nur in Form eines Zulassens von Wachstum und Ernten von Früchten, ähnlich dem Sammeln von Lebenserfahrungen. Damisch selbst bezeichnet sein Werk als „(…) so etwas wie einen mikroskopischen oder kosmischen Garten.“ Um diese Aussage zu unterstreichen, hat er seine neuen großformatigen Plastiken inmitten des historischen Rosengartens und des Frühstücksgartens in Herberstein positioniert und lässt sie dort eine direkte Verbindung mit der Natur eingehen. Dazu zeigt Damisch in dem angrenzenden historischen Meierhof eine Reihe von Unikatdrucken, weitere Skulpturen sowie Zeichnungen zu diesen Skulpturen.

Unter anderem war Gunter Damisch in folgenden Einzel- und Gruppenausstellungen vertreten:
Sammlung Ploner, Wien, „Aus dem Weltengarten“, 2003 | Museum der Moderne, Salzburg, „Vision einer Sammlung“, 2004 | MUMOK, Wien, „China retour“, 2005 | SHANGHAI ART MUSEUM, „Ölbilder“, 2005 | Galerie Exner, Wien, 2006 | Galerie Gölles, Fürstenfeld, 2007 | Galerie Marie-José van de Loo, München, 2007 | Galerie Storrer, Zürich, 2004 | Essl Museum, Klosterneuburg, „A Tribute 35 Years of Essl Collection“, 2007 | Galerie Welz, Salzburg, 2008 | Zeche Zollverein, Essen, „(Die) Welt Raum Bild Wand“, 2000.

Auszug seiner Auszeichnungen:
1983 Römerquelle Kunstpreis | 1985 Otto Mauer Preis | 1985 Max Weiler Preis | 1991 Karl Rössing Preis | 1995 Preis der Stadt Wien | 1996 Anton Faistauer Preis für Malerei des Landes Salzburg | 1998 Preis bei der 2. Internationalen Grafiktriennale Prag | 1998 Oberösterreichischer Landeskulturpreis für Grafik

Anlässlich der Ausstellung im Gironcoli Museum wird auch das neue Buch "Weltwegschlingen" über Malereien von Gunter Damisch aus den letzten sieben Jahren, erschienen im Bucher Verlag, vorgestellt.

Dauer der Ausstellung:
4. Juli – 13. September 2009, täglich von 10.00 – 17.00 Uhr

Die Skulpturen sind bis 2. November im Areal zu sehen.

Mit Dank an: Univ.-Prof. Gunter Damisch
www.gunter-damisch.at